Aller Anfang ist schwer

GEORGIEN 01.12.2016

Mit je zwei Einreisestempeln im Pass dürfen wir dann endlich Georgien erkunden...

Die Grenzkontrolle ist gründlich und fast vorbei, als Robert die Frage, ob die Ersatz-Kanister voll sind, bejaht. Die Einfuhr von Diesel sei verboten, weist uns der junge überkorrekte Beamte hin. Unseren Tank in Armenien kurz vor der Grenze gefüllt, überlegen wir nun: "Wo hin damit?!" Diskutieren hilft nicht, verschenken kommt nicht in Frage, aber verkaufen ist unmöglich.
Unfreundlich schickt uns der Beamte zurück hinter die Grenzkontrolle, „bam“ sitzt der Ausreisestempel im Pass.
Um nicht noch mehr Zeit zu vergeuden, versuchen wir so viel wie möglich vom Diesel in unseren Tank zu kippen. Der Rest zaubert einem türkischen Lkw-Fahrer ein Lächeln ins Gesicht. Nun dürfen wir hoffentlich die Grenze passieren.
Ich muss wieder zu Fuß durch die Personenkontrolle, Robert fährt. Verwirrt und grimmig fragt der gleiche Beamte, der mir den 1. Einreisestempel verpasst hat, nach dem Ausreisestempel von Armenien. Ich zucke ahnungslos mit den Schultern und befürchte das Schlimmste, denn Robert ist schon durch. Ein kurzes Telefonat und auch ich darf die Grenze passieren. Böse murmelt er mir etwas hinterher, ich schmunzle.
In einem Park am See, in der Hauptstadt Tiflis, finden wir ein unscheinbares Thermalbad. Für eine Stunde mieten wir einen luxuriösen Privatbereich mit 45 °C heißem Wasser. Das tut gut!
Freies und schnelles Wifi auf dem Parkplatz ermöglicht uns einen „Tatort“ aus der ARD Mediathek. Im Edeka gibt es gut-und-günstig-Produkte und alle anderen deutschen Leckereien. Ein komisches Gefühl so nah und doch noch so fern zu sein.

Wie die Reise weiter geht, ist noch nicht klar.
Robert prüft die Fähren, eine Überfahrt von Batumi oder Poti nach Odessa ist möglich. 2-3 Mal die Woche, sogar mit drei unterschiedlichen Schiffen. Cosmo kostet 30 USD Aufpreis, somit würde die Überfahrt inklusive Kabine und Vollpension ca. 600 € kosten. Der Vorteil, rund 2000 Kilometer Fahrtweg würden uns erspart bleiben.
Noch unentschlossen warten wir auf Besserung der Wetterlage. Wenn ich ans Fähre Fahren denke, wird mir schon schlecht. Das ist der Nachteil, zumindest meiner Meinung nach!
Die Abfahrt verzögert sich laut Internet auf unbestimmte Zeit. "Oh, wie traurig!", denke ich erleichtert.
Die See ist so stürmisch, dass die ankommenden Schiffe nicht mal anlegen dürfen.
Somit ist unsere Entscheidung klar: Es geht über den Landweg zurück nach Deutschland!
Und wir haben noch genügend Zeit, das Umland ein wenig zu erkunden. Auch in Georgien gibt es heiße Quellen, welche von uns entdeckt werden wollen.
Die erste befindet sich mitten im Wald bei Borjomi. Dem Navi folgend, wandern wir einen steilen Abhang hinab, bis plötzlich drei blau geflieste Schwimmbecken auftauchen. Die Vorfreude auf ein heißes Bad schwindet, da das Wasser gerade mal handwarm ist.
Auf dem Weg zu Plan B, dem Skigebiet Bakuriani, sehen wir auf abschüssiger schneebedeckter Straße einen Jeep einen Pkw abschleppen.
Wir eilen zu Hilfe und schieben, doch der Jeep ist zu schwach. Robert holt trotz meiner Bedenken den Bus. Schon beim ersten Versuch wird klar, dass dieser Versuch auch nicht klappt. Wie Bambi auf dem Eis, rutscht der ROTZi herum. Ich kann nur dastehen und hoffen, dass er nicht in den Graben rutscht. Rückwärts wieder auf die Hauptstraße fahren, geht nun auch bei uns nicht mehr. "Na toll!", warum brocken wir uns nur immer Ärger ein. Zum Glück kann Robert in einer Einfahrt wenden und schafft es vorwärts.
Mit weiteren zwei Männern kann der Pkw auf die Hauptstraße befördert werden.
Auf dem Weg zum Skigebiet liegen viele Autos im Graben. Als es stark anfängt zu schneien, verlassen wir das Skigebiet wieder. Ich bin heilfroh, als wir zurück Borjomi sind. Der heftige Schneefall lässt hier noch etwas auf sich warten.

Dicke Schneeflocken haben die Landschaft in der Nacht verzaubert. Nicht nur Cosmo freut sich bei der morgendliche Gassirunde über den Neuschnee. Im Morgengrauen leuchtet der Schnee bläulich.
Nach und nach kommt die Sonne raus. Der Himmel wird blau, doch von Norden ziehen schon neue graue Wolken auf. Kleine Schneeflocken rieseln sanft auf uns nieder.
Wie mit Zuckerwatte ist alles überzogen. Besonders schön sind die Bäume und Stromleitungen.

Bei Dauerregen schlendern wir noch kurz durch Batumi. Im Chocolate-Coffee-Room stärken wir uns mit einem leckeren Frühstück, bevor wir die 1600 Kilometer zur bulgarischen Grenze angehen. Unsere letzten 12 GEL (Lari) gebe ich kurz vor der türkischen Grenze für einen halben Liter Cognac und ein Kilo Mandarinen aus.
Die Schlange an der Grenze von Georgien in die Türkei erschreckt uns, doch es geht recht schnell und zum Glück auch unkompliziert.
Ende gut, alles gut! Nach Georgien würden wir sehr gerne nocheinmal.


Grenze Georgien
Lisi-See in Tiflis
alles schwitzt
ÜN 350, Stadtpark mit Wifi in Tiflis
Wald-Schwimmbad Borjomi
Ich will mehr...
...und Cosmo auch ;)
selbst eingebrockt
eingehüllt
Schnee, Schnee, Schnee
ÜN 352, eingeschneit
Strandspaziergang in Batumi
ÜN 353, letzte Nacht in Georgien
Frühstück :)
Stadtbummel
 
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